Kurzbiographie
Else Lasker-Schüler (mit vollem Namen Elisabeth Lasker-Schüler) wurde am 11. Februar 1869 in Elberfeld, einem Ortsteil von Wuppertal, geboren. Sie gilt heutzutage als eine der bedeutendsten deutsch-jüdischen Dichterinnen, deren prägende Lebenserfahrungen ihr späteres Werk deutlich bestimmten.
Ihre Lebensumstände weckten ihre schriftstellerischen und künstlerischen Neigungen, denen wir heute einige herausragende Werke der avantgardistischen Moderne und des Expressionismus zu verdanken haben. Else Lasker-Schüler war sowohl eine begabte Schriftstellerin als auch eine enthusiastische Zeichnerin. Sie verstarb am 22. Januar 1945 in Jerusalem.
Else Schüler heiratete 1894 den Arzt Jonathan Berthold Lasker und nahm dessen Namen als ersten Nachnamen an. Jonathan Lasker war einer der älteren Brüder des bekannten Schachweltmeisters Emanuel Lasker, der seinen Titel über mehrere Jahre hinweg erfolgreich verteidigte.
Der Eheschließung folgten ein Umzug nach Berlin sowie eine zeichnerische Ausbildung. Im Rahmen der Ausbildung fand Lasker-Schüler auch Zeit für das Verfassen von Gedichten, die 1901 im Gedichtband Styx veröffentlicht wurden.
Knapp zwei Jahre vor der Veröffentlichung ihrer ersten Werke kam Else Lasker-Schülers Sohn Paul (1899-1927) auf die Welt. Bereits einige Jahre zuvor starb ihr Vater (1890) und 1889 ihre Mutter. Die Gefühle um den Tod Ihrer liebevollen Eltern bezeichnete Else als die Vertreibung aus dem Paradies. Ihr Gedichtband Styx spiegelte den entsprechenden Seelenzustand dazu wider. Sie verfasste das Werk mit sinnlicher Bildsprache und gewagten Wortspielen im expressionistischen Sprachstil.
Die Ehe mit Jonathan Berthold Lasker wurde nach knapp 9 Jahren am 11. April 1903 geschieden und führte bei ihr zu nachhaltigen, erheblichen Schuldgefühlen. Bereits am 30. November 1903 heiratete Else Lasker-Schüler erneut. Der Schriftsteller Georg Lewin wurde ihr zweiter Mann. Lewin eignete sich auf den Vorschlag Else Lasker-Schülers, im späteren Verlauf seines Schaffens, das Pseudonym Herwarth Walden zu führen.
Das Jahr 1927 stürzte die Schriftstellerin in eine Krise aus dunkler Depression und Rastlosigkeit. Ihr geliebter und einziger Sohn Paul starb in diesem Jahr. Dieses Ereignis verdüsterte das Leben von Else Lasker-Schüler nachhaltig.
Erst 1932 schienen die Verleihung des Kleistpreises für ihr Gesamtwerk und die Veröffentlichung ihres Sammelbandes Konzert, eine Aufhellung ihres Lebens zu bringen, was sich kurze Zeit später allerdings als Falscheinschätzung erwies. Ihr ruheloses Schicksal nahm seinen Lauf und führte am 19. April 1933 zur Emigration in die Schweiz.
Dort erhielt sie allerdings Arbeitsverbot und wurde von den kantonalen Polizeigewalten des Landes gezwungen, mehrere Ortswechsel zu vollziehen. Else Lasker-Schüler unternahm in den Jahren 1934 und 1937 von Zürich aus zwei Reisen nach Palästina, bis ihr 1938 die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt wurde. Die staatlichen Behörden nannten den Status von Else Lasker-Schüler damals schriftenlos und verweigerten ihr zudem das Rückreisevisum nach einem weiteren Aufenthalt in Palästina (1939).
In Palästina erkrankte die Schriftstellerin 1944 schwer und verstarb kurze Zeit später an einem Herzanfall. Nach ihrem Todestag, dem 22. Januar 1945, wurde sie auf dem Ölberg in Jerusalem beigesetzt.
Die Teilung Jerusalems führte 1948 zur Zerstörung ihres Grabes. Erst bei der israelischen Eroberung Ostjerusalems fand man ihren Grabstein wieder. Es dauerte darauf noch bis in das Jahr 1975, in dem Else Lasker-Schülers Grabstein an seinem heutigen Ort wieder aufgestellt wurde.
Ihr Weltdrama Ichundich, das 1970 posthum veröffentlicht wurde, machte Else Lasker-Schüler zu einer der charaktervollsten und anerkanntesten deutschen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts. Ihr Ruhm ist mittlerweile unumstritten und sie wird heute in dem Land ihrer Väter als Der schwarze Schwan Israels tief verehrt.
Quelle: Wortwuchs


