Zur Zeit, da die Ungarn oder, wie man sie auch noch im zehnten Jahrhundert nannte, die Hunnen, wieder einmal ins Land Bayern einfielen und alles verbrannten und verwüsteten, wohin sie nur drangen – inbesonderheit auch die Klöster – so glaubten die Mönche von Schäftlarn, am linken Ufer der isar aufwärts, sie kämen vielleicht mit Heil davon, weil ihr Kloster nieder und ziemlich verborgen sei. Da langte aber die Nachricht ein, es rücke ein Hunnenschwarm in die Gegend. Auf dies ergriffen die einen die Flucht und machten sich in die damalige Öde, wo jetzt München steht; die andern hofften dennoch, der Gefahr zu entrinnen, wurden aber von den Hunnen überfallen und hingemordet. Wie das die in der Gegend hörten, wagten sie sich die längste Zeit nicht mehr heim, sondern bauten sich eine neue Hütte und blieben, bis sie vernahmen, daß alle Hunnen vom Kaiser und Reich erschlagen seien. Dann kehrten sie wieder in ihr Kloster zurück, das sie ganz in Trümmern fanden, und bauten es nach Kräften wieder auf. Ihr Besitztum in der Gegend ließen sie aber nicht ganz fahren und kamen dann und wann Isarabwärts. Wie nun das sei, so viel soll einmal ganz gewiß sein, daß sich zu München die allererste Hütte mit etwelchem Hafer- und Kornwuchs auf der Stelle befunden habe, wo später im Tal die Hochbrücke war. Demzufolge meinten dann etliche so: Weil sich am besagten Orte Mönche aufhielten, hätte man’s da mählig „bei den Mönchen“ genannt und nach und nach sei dann aus allem, was weiters entstand, der Name München geworden.
Das Münchner Kindl

Unsere Leserwertung
[Gesamt: 0 Durchschnitt: 0]
Neue Verkörperungen
- Ich will den Sturm! 3. Mai 2026
- Die Wahrsagerin 1. Mai 2026
- Die Bienen 29. April 2026
- Die Teilung der Erde 26. April 2026
- Zur Erinnerung 23. April 2026
- Der Wunsch 19. April 2026
Verkörperungen
Beliebteste Verkörperungen
- Dann gibt es nur eins! (1.685)
- Wie das Krokodil zu seinen Zähnen kam (1.216)
- Die vier Freunde (1.209)
- Die Ordnung der Natur (1.198)
- Die Nacht (1.196)
- Legende der Prinzessin von Guatavita (1.174)
- Die Bürgschaft (1.152)
- Zwei Bäume (1.110)
- Vom dummen Honza (1.092)
- Das Mädchen, das aus der Höhe kam (1.059)
Impulse
Achim von Arnim (6)
Ada Christen (4)
Aesop (10)
Anna Ritter (6)
Annette von Droste-Hülshoff (7)
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (5)
Bettina von Arnim (5)
Betty Paoli (5)
Brüder Grimm (23)
Christian Morgenstern (5)
Clemens Brentano (5)
Detlev von Liliencron (5)
Deutsche Märchen (41)
Deutsche Sagen und Fabeln (36)
Eduard Mörike (5)
Emanuel Geibel (5)
Erzählungen (8)
Friedrich Gottlieb Klopstock (4)
Friedrich Hölderlin (5)
Friedrich Rückert (4)
Friedrich Schiller (14)
Friedrich Schlegel (5)
Gedichte (254)
Georg Herwegh (4)
Georg Trakl (4)
Hans Christian Andersen (6)
Heinrich Heine (6)
Heinrich Seidel (4)
Hermann Hesse (5)
Johann Wolfgang von Goethe (12)
Karl Simrock (5)
Klaus Adolf Kreuzer (8)
Louise Aston (4)
Ludwig Bechstein (14)
Luise Hensel (4)
Matthias Claudius (4)
Märchen (74)
Märchen aus aller Welt (33)
Novalis (6)
Sagen (70)
Sagen und Fabeln aus aller Welt (37)
Theodor Fontane (4)
Theodor Storm (5)
Wilhelm Busch (5)
Wilhelm Hauff (4)
Aufbewartes
Johann Wolfgang von Goethe – Nicht zu weit

In Goethes Erzählung „Nicht zu weit“ (eine kleine, oft als „Parabel“ oder „Novelle“ im Taschenbuchformat betrachtete Geschichte) geht es im Kern um die Gefahren des Maßlosen und die Notwendigkeit von Selbstbeherrschung und moralischer Integrität in sozialen Beziehungen.
Alles Wissenswertes zur Audio-Datei
NEU! Audiodateien zum Anhören.

