Zur Zeit, da die Ungarn oder, wie man sie auch noch im zehnten Jahrhundert nannte, die Hunnen, wieder einmal ins Land Bayern einfielen und alles verbrannten und verwüsteten, wohin sie nur drangen – inbesonderheit auch die Klöster – so glaubten die Mönche von Schäftlarn, am linken Ufer der isar aufwärts, sie kämen vielleicht mit Heil davon, weil ihr Kloster nieder und ziemlich verborgen sei. Da langte aber die Nachricht ein, es rücke ein Hunnenschwarm in die Gegend. Auf dies ergriffen die einen die Flucht und machten sich in die damalige Öde, wo jetzt München steht; die andern hofften dennoch, der Gefahr zu entrinnen, wurden aber von den Hunnen überfallen und hingemordet. Wie das die in der Gegend hörten, wagten sie sich die längste Zeit nicht mehr heim, sondern bauten sich eine neue Hütte und blieben, bis sie vernahmen, daß alle Hunnen vom Kaiser und Reich erschlagen seien. Dann kehrten sie wieder in ihr Kloster zurück, das sie ganz in Trümmern fanden, und bauten es nach Kräften wieder auf. Ihr Besitztum in der Gegend ließen sie aber nicht ganz fahren und kamen dann und wann Isarabwärts. Wie nun das sei, so viel soll einmal ganz gewiß sein, daß sich zu München die allererste Hütte mit etwelchem Hafer- und Kornwuchs auf der Stelle befunden habe, wo später im Tal die Hochbrücke war. Demzufolge meinten dann etliche so: Weil sich am besagten Orte Mönche aufhielten, hätte man’s da mählig „bei den Mönchen“ genannt und nach und nach sei dann aus allem, was weiters entstand, der Name München geworden.
Das Münchner Kindl

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